[Karneval der Rollenspiel-Blogs] Western in anderen Genres

WESTERN – mit Abstand mein Lieblingsgenre. Film, Serie, Roman, Comics – und natürlich Rollenspiele, ich bin immer für Western zu haben. Das geht natürlich nicht jedem so. Viele halten Western für ein wenig interessantes oder gar „veraltetes“ oder „zu beschränktes“ Genre. – Das sehe ich nicht so. Western ist auch oft da drin, wo nicht „Western“ draufsteht.

In diesem Karneval der Rollenspiel-Blogs im August 2017 geht es darum mal einen Blick auf Western in anderen Genres zu werfen.

WESTERN IN ANDEREN GENRES

Was ist denn Western überhaupt?

Genau das möchte ich hier im Eingangsbeitrag zum aktuellen Karneval nicht auswalzen. Jeder weiß doch, was Western ist (zumindest aus der jeweiligen persönlichen Sicht). Wer sich gar nichts darunter vorstellen kann, dem möchte ich hier die naheliegendsten Überblicksinformationen zu Westernromanen und Westernfilmen kurz verlinken. Wem das Lesen schwerfällt, der kann in diesem Video in weniger als 15 Minuten einen Überblick erhalten, oder, bei mehr Zeit, in einem etwas längeren Vortragsvideo in zwei Teilen (Teil 1 und Teil 2) ein wenig mehr erfahren.

Im Deutschen ist natürlich in puncto Geschichten im alten Westen Nordamerikas Karl May nicht wegzudenken, auch wenn man hier kaum typische Western-Versatzstücke vorfindet. Der Schauplatz ist zwar Nordamerika, aber die Geschichten sind nur grenzwertig als Western einzustufen.

Ganz anders die immer noch produzierten Heftromane unterschiedlicher Reihen wie Lassiter, Winchester, usw. Diese stehen sogar direkt in der Tradition alter „Dime-Novels“ des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die noch lange vor den Western-Filmen die Vorstellung des WILDEN Westens geprägt hatten. Reißerisch, gewalttätig, aktionsreich und schnell auf den Punkt kommend.  Diese Heftroman-Tradition ist meinem Eindruck nach besonders ergiebig für rollenspielerische Umsetzung (das wäre aber ein eigenes Thema wert).

Den besten Eindruck, was Western denn nun wirklich ist, bekommt man natürlich, indem man Western-Filme und -Serien schaut, Western-Romane und -Comics liest, und dann auch mal SELBST Western-Rollenspiele SPIELT. (Bei Lust auf Hangout-Runden – nicht nur Western-Rollenspiele – einfach bei mir via Google+ oder hiesige Kommentarfunktion melden.)

Western im Rollenspiel

Es gibt wirklich viele Western-Rollenspiele, und jedes Jahr kommen – zumindest in der sehr publikationsfreudigen Kickstarter-Ära – noch weitere hinzu. Diese Western-Rollenspiele gibt es von extremst simulativen, klein-klein-orientierten Ansätzen wie in Aces&Eights über „mittel-komplexe“ Systeme wie Deadlands Classic hin zu leichtgewichtigen wie Coyote Trail oder Wild West Cinema. Natürlich für die Old-Schooler alte Boot-Hill-Ausgaben und moderne Varianten. Und für die „Hippie“-Rollenspieler auch narrativ(er)e Spiele wie Dogs in the Vineyard, Dust Devils usw.

Dabei gibt es Western-Rollenspiele mit eher historischem Ansatz, ohne übernatürliche oder sonstige „Zusätze“, manche dafür aber mit cinematisch überhöhter Charakterkompetenz und Ausrichtung auf die Präsentation des Western „wie im Film“. Und natürlich gibt es Western-Rollenspiele mit „Extras“ wie Aliens, Steampunk, Magie, Monstern, oder allem davon. Bei letzteren ist jedoch immer noch der Western, sind immer noch die Western-Versatzstücke dominierend, so daß diese Rollenspiele als WESTERN-Rollenspiele ankommen.

Western-Rollenspiele sind zwar eine Nische, aber keine verschwindend kleine. Auch nicht im deutschsprachigen Raum. Eigenständige deutsche Western-Rollenspiele tauchen ab und an mal auf, wie etwa Far West in den Neunzigern, das leider grauenvolle „Brüderkrieg“, das rollenspielerische Äquivalent zu Ebola „Doomstone“, oder jüngst Old Slayerhand (die sehr gelungene Karl-May-Western-Adaption für das DungeonSlayers-Regelsystem). Und auch deutsche Übersetzungen von Western-Rollenspielen wie Deadlands Classic (wurde vor gut 20 Jahren erstmals auf Deutsch herausgebracht) oder das aktuell in der Crowdfuning-Abwicklung befindliche Deadlands: Reloaded (für das Savage-Worlds-Regelsystem).

Western in anderen Genres

Western-Genremischungen sind im Film, in Serien, in Comics usw. schon lange etabliert. (Siehe auch die obigen Videos.) So gibt es mit Cowboys & Aliens eine Webcomic-Reihe, die dann in einen Spielfilm mündete und Aliens in ein mehr oder weniger „normales“ Setting wirft. Mit Wild Wild West, der Serie und auch dem (leider nicht guten) Film, gab es ja reichlich anachronistische Technik-Gadgets in einem Wild-West-Agenten-Umfeld. – Das sind aber alles noch Geschichten, die direkt als Western identifizierbar sind.

Nimmt man jedoch ganz andere Genres, Science Fiction, Fantasy, Horror, usw., und sucht man dort nach bekannten Western-Elementen, dann fällt auf, daß es grundsätzlich zwei Arten der Integration von Western-Elementen in anderen Genres gibt:

Verwendung von Western-Optik

Ein Beispiel ist Westworld. Das ist an sich eine Science-Fiction-Geschichte rund um künstliche Intelligenzen und deren Entwicklung zur Autonomie. Die Western-Elemente des Themenparks, in dem die Handlung spielt, lassen den Zuschauer bekannte Klischees entdecken, locken den Zuschauer in eine vertraut wirkende Handlungsumgebung, um dann für mehr und mehr Verunsicherung und Verwirrung zu sorgen. Man präsentiert etwas Bodenständiges, Klischeehaftes, insbesondere dem US-Publikum sehr Vertrautes, weil man damit eine an sich alles andere als leichte Thematik besser inszenieren und vermitteln kann. – Prinzipiell hätte der Themenpark auch ein anderes Thema haben können, wenn er nur zur Unterhaltung gedacht wäre (nach der inneren Logik des Settings). Aber andere Themen wie „Oktoberfest“ oder „Mardi Gras“ oder „Holiday Island“ wären nicht so leicht mit den im Western nicht untypischen Gewaltanwendungen zu verbinden gewesen. Und diese sind für das Erzählen dieser Geschichte notwendig (nach den Erfordernissen der Dramaturgie der Handlung).

Moebius, der ja mit den Blueberry-Comics exzellente Western-Comics gezeichnet hat, hatte auch in seinen Science-Fiction-Comics immer wieder Western-Elemente, Western-Optik eingebaut. Gleiches auch bei Richard Corben.

Auch Atomic Robo und Back to the Future hatten ja ihre Western-Episoden/-Filme, bei denen aber der Western nur die zeitliche und räumliche Kulisse bot, die Geschichten jedoch gänzlich „un-western-artig“ waren.

Verwendung von Western-Plots

Typische Western-Handlungen wie Siedlertrecks, die in unbekanntes Terrain vorstoßen, Armee, die Siedler vor blutrünstigen Wilden beschützen muß, Mensch gegen Natur, Kontrast zwischen Zivilisation und freier Wildnis, zwischen dem Rechtsgefühl des aufrechten Menschen und den Zwängen von Recht und Gesetz, Vordringen von Technik, das mühsame Erringen von Fortschritt gegen eine unerbittliche Natur, usw. findet man auch in vielen anderen Genres und Settings.

Ein Beispiel ist hier der Film Outland, der effektiv den Plot von High Noon, einem absoluten Western-Klassiker, aufgreift, diesen aber im Science-Fiction-Setting umsetzt.

Oder die Serie Killjoys, die ihre Hauptfiguren als Kopfgeldjäger, ein Westernversatzstück, in einem Science-Fiction-Setting antreten lassen.

Aber auch die Originalserie Star Trek, die ja als „Wagentreck im Weltall“ verkauft wurde, hatte die westerntypische Orientierung die Zivilisation an die (Final) „Frontier“ zu bringen, hatte klassische Plots wie etwa Siedler zu transportieren, Seuchen zu bekämpfen, Siedlungen zu verteidigen, usw.  Eine Folge drehte sich sogar direkt um die legendäre Schießerei am OK Corral!

Mal abseits der Science-Fiction hat man mit dem „Dieselpunk“-Eastern Weird Wild West einen Haufen Western-Elemente in einer sehr fernöstlichen Dieselpunk-Handlung eingebaut.

Für mich besonders interessant: Der schon oft per Remake wiederverfilmte Westernklassiker Stagecoach wurde in einem Mad-Max-artigen Endzeit-Setting unter dem Titel Neon City, wie ich finde adäquat, umgesetzt. (Man sollte sich die beiden Filme mal direkt hintereinander anschauen.)

Im Comic-Sektor findet man bei den Barsoom-Comics der letzten Jahre vermehrt Western-Plots, die anders gelagert sind als die schon sehr alten, nicht-western-artigen Barsoom-Geschichten von Edgar Rice Burroughs, auch wenn das Setting eigentlich das klassische „Sword&Planet“-Setting darstellt.

Für mich von besonderer Bedeutung ist die Sword&Sorcery-Fantasy, in der man ständig geradezu identische Plots zu Western-Geschichten findet. Ob das der Gunslinger with no Name ist, der sich von zwielichtigen Gruppierungen anheuern läßt und diese gegeneinander ausspielt, oder ob das Fafhrd und Grey Mouser sind, die dies im Fantasy-Umfeld machen, die Art der Geschichte ist die gleiche.

Und gerade Robert E. Howard hat ja nicht nur seine Conan-, Kull- etc. Geschichten als rauhe und harte Sword&Sorcery-Fantasy verfaßt, sondern oft einen fast deckungsgleichen Plot für seine Gunslinger-Geschichten verwandt. Seine Westernhelden sind wie Conan mit Sixgun statt Breitschwert.

Diese Western-Wurzel der klassischen Fantasy hat, so mein Eindruck, ganz massiv das Rollenspielhobby, insbesondere die ersten Fantasy-, Endzeit- und Science-Fiction-Rollenspiele beeinflußt. Dazu nachher noch mehr.

Verwendung von Optik UND Plots

Hier werden sowohl optische Elemente, wie Pferdewagen, Rinderherden, Hüftholster, sowie typische Plots wie korrupte Lawmen, tyrannische Stadt-Bosse, Siedler, Bürgerkriegsveteranen usw. verwandt.

Firefly ist die TV-Serie, bei der dies besonders auffällig und bewußt gemacht wurde. Rindertransporte, Zugüberfälle, Siedler gegen Zentralregierung, Bürgerkriegsverlierer gegen -gewinner, usw. Alles drin. Und eben auch die Plots.

Western in anderen Genres im Rollenspiel

Crossover-Settings, Genre-Mischungen wie in Deadlands oder Werewolf: The Savage West oder in Sixguns&Sorcery für Castle Falkenstein gibt es ja schon immer mal wieder. Deadlands ist SEHR erfolgreich, weil hier die Mischung aus Western als identifikationserleichterndes Fundament mit den Zusätzen Steampunk, Horror, Magie und Monstern einfach stimmt. – Solche „Western-Plus“-Settings, Western-plus-Aliens, Western-plus-Kungfu, Western-plus-Superpowers gibt es immer mal wieder.

Das Thema des Karnevals der Rollenspiel-Blogs für diesen Monat ist die rollenspielerische Sicht auf Western in anderen Genres.

Hier kann man ähnliche Übernahmen von Western-Elementen feststellen wie in Filmen oder Comics: manchmal wird die Optik übernommen, oder einzelne Charakter-Archetypen, dann werden wieder Plots übernommen oder Situationen und Lokationen, und dann gleich alles zusammen, ohne daß es ein eigentliches Western-Setting wäre.

Optische Elemente

Gunslinger in langen Staubmänteln, usw. finden sich auch in Endzeit-(Western-)Rollenspielen wie Hell on Earth oder Degenesis.

Einsame Siedlungen in der Wildnis, die sich gegen Wilde und Verbrecher hinter Palisaden verschanzen und deren einzige Hoffnung auf Recht und Gesetz herumreisende einsame Lawmen, (Nicht-Texas-)Ranger sind, findet man bei Mutant Chronicles.

Auch dort finden sich die Venus-Ranger, die jedoch nicht nur auf Pferden, sondern auch auf Dinosauriern reiten.

Das ist bei Dinosaur Planet: Broncosaurus Rex noch viel stärker ausgeprägt: Western-Sci-Fi mit Dinos.

Jadepunk (für Fate Accelerated) ist primär ein Steampunk-Setting, in dem es aber westliche Gunslinger, asiatische mystische Kung-Fu-Kämpfer und allerlei Weird Science gibt. Die optischen Versatzstücke wie besagte Gunslinger sind klare Western-Anleihen, die Geschichten sind aber eher urbane Heist-, Spionage-, Sabotage-Geschichten, weit weg von Western-Plots.

Die optischen Elemente sind meinem Eindruck nach im Rollenspiel nicht so wirksam wie in optisch intensiveren Medien wie Film oder Comic. Illustrationen sind ja ganz nett, aber für den Eindruck im Spiel ist so oder so noch immer das „Kopfkino“ wichtiger.

Plot-Elemente

Hier finden sich weit mehr Anleihen und direkte Übernahmen aus dem Western-Genre.

So ist in der Tarsus-Box für das alte (Classic) Traveller eine Kampagne rund um die Bewirtschaftung einer Ranch auf einem Hinterwäldler-Planeten, samt Viehtrieb, Viehdiebstahl usw. enthalten. – Und in Beltstrike hat man eine Boomtown und lauter Prospektoren wie man es in Goldrauschzeiten in Nordamerika findet. Die Optik ist reine Science-Fiction, die Geschichten rund um Claim-Jumper usw. sind jedoch purer Western.

Überhaupt hat Traveller, als Kind der Frühzeit des Rollenspielhobbys, einen starken Einschlag in Richtung Western zu bieten. Der Schwerpunkt ist auf Charakteren, die selbstbestimmt durch „das weite Land“, genauer das schier grenzenlose All reisen. Nicht so sehr Road Movie, sondern eher klassische Western-Charakter vom Typus Drifter. Have gun, will travel. – Traveller eben.

Aber auch altes D&D ist eigentlich ein Westernrollenspiel. Schaut man sich das wohl bekannteste, ja schlicht legendäre Abenteuer B2 Keep on the Borderlands mal an, dann hat man hier eine Festung (Fort) im Grenzland (Frontier) einer im Modul gar nicht näher spezifizierten, weit entfernten Zivilisation. Diese Festung liegt in einem Gebiet, das von unterschiedlichen Stämmen Wilder (Echsenmenschen, usw.), von Räuberbanden etc. unsicher gemacht wird. Die Charaktere sind Glücksritter, Hired Guns und sonstige Leute, die versuchen im Grenzland ihr Glück zu machen, weil dies das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist.

Auch AD&D 1st Edition hat diese Einstellung: Wenn man nur erfahren genug ist, dann „befriedet“ man ein Stück Wildnis, wo nur unfreundliche Wilde (Monster, Orks, was auch immer) leben, schmeißt diese Ureinwohner raus, baut dort seinen Stronghold, gründet eine Siedlung oder gleich mehrere. Wie es eben im alten Westen auch der Fall war. – Wer erfolgreich ist, der nimmt sich Land und macht etwas daraus, das bleibt. Niemand interessiert sich für einen „Level 20 Gunslinger“ in zwei oder drei Generationen, aber jeder kennt die Stadt, die an dieser Stelle bleibt, wächst, gedeiht und die Zivilisation und Sicherheit für die Bewohner ein Stück weiter gegen die Wildnis durchgesetzt hat.

Die Siedler-Thematik ist auch im alten Gammaworld sehr stark, wo man ja auch eine kleine Gruppe in einem weiten Land spielt, in dem man sich nicht auskennt, und wo man versucht seinen Stamm durchzubringen und zum Gedeihen zu bringen.

Auch in den ersten Star Frontiers Abenteuern auf Volturnus wurden die aus der Zivilisation stammenden SCs mit „Mensch gegen Natur“, Mensch gegen wilde Tiere und Mensch gegen primitive Wilde konfrontiert. Klassischer Western-Plot trifft auf Science-Fiction-Versatzstücke.

Generell findet man in älteren Rollenspielen viele Western-Plot-Elemente wieder. Aber auch in neueren wie eben dem aktuellen Mutant Chronicles,  Conan – Adventures in an Age undreamed of,  dem neuen Barbarians of Lemuria, oder dem gerade erschienenen Star Trek Adventures (wenn man während der TOS-Ära spielt) gerät man immer wieder in Western-Geschichten.

Western-Geschichten als archetype Abenteuer- und Helden-Geschichten

Es hat schon seinen Grund, warum man gerade in Rollenspielen ständig auf Western-Plots stößt. Western stellen archetype Abenteuergeschichten dar, in denen sich HELDEN mit nachvollziehbaren Motivationen durchsetzen und oft auch durchkämpfen müssen. – Gewalt gehört zu Western-Geschichten so regelmäßig dazu, wie Gewalt in Rollenspielen auf den Spieltisch kommt.

Die Art der Geschichten und die Art der Problemlösungen in Rollenspielen und in Western-Plots sind so ähnlich. Daher findet man, wenn man nach den Western-Mustern sucht, diese auch so häufig in Rollenspielen unterschiedlicher Genres. Es sind sicher nicht die einzigen archetypen Geschichten in Rollenspielen, aber meinem Eindruck nach sind Western-Plots verbreiteter als „reine“ Western-Rollenspiele.

Große Klappe, aber was ist wirklich dran?

Sag DU’s mir, Fremder.

Darum geht es in diesem Karneval. – Ich habe in diesem Startbeitrag ein paar persönliche Eindrücke aufgestellt, die ich für zutreffend halte. Ihr vielleicht nicht. Vielleicht seht Ihr das ganz anders. Genau das will ich wissen.

  • Habt Ihr auch Western-Versatzstücke in Rollenspielen anderer Genres bemerkt?
  • Was hat Euch daran gefallen?
  • Was hat Euch daran nicht gefallen?
  • Was sind die Versatzstücke, die für Euch etwas als „Western“ erkennbar machen?
  • Welche Genres gehen so überhaupt nicht mit Western zusammen?
  • Welche Arten von Geschichten passen nicht zu einem Western-verwandten Genre?
  • Seid Ihr Western-Fans oder mögt Ihr Western nicht? Beeinflußt die Neigung oder Abneigung bezüglich Western auch Eure Wahrnehmung solcher Rollenspiele, in denen man Versatzstücke aus Western findet?
  • Habt Ihr selbst Western-Elemente, Optik, Archetypen oder Plots, in Rollenspiele „importiert“, wo sie ursprünglich nicht drin waren? Warum habt Ihr das gemacht? Und wie befriedigend war das Ergebnis?
  • Habt Ihr Settings, deren Western-Elemente ihr irgendwie „loswerden“ wollt, wo Ihr gerne weniger Western drin hättet? Warum das eigentlich? Und was habt Ihr gemacht, um den Western-Einfluß zu reduzieren?
  • Was sagt Ihr zu meiner These, daß die frühen Rollenspiele fast alle stark Western-Plot-Elemente aufgewiesen hatten? Wie sieht das Eurem Eindruck nach bei späteren Rollenspielen aus?
  • Nachdem so gut wie ALLE neueren Science-Fiction-Rollenspiele damit werben, daß es „wie Firefly“ sei – wie seht Ihr das? Ist das erstrebenswert? Warum wollen alle „wie Firefly“ spielen? Was macht denn diese Mischung aus Sci-Fi und Western so attraktiv, daß so viele Spieleentwickler darauf Bezug nehmen?
  • Würdet Ihr Firefly ganz ohne Western-Elemente spielen (wollen)? Wäre das dann noch Firefly? (Wenn man z.B. nur auf den Core Worlds in urbaner High-Tech-Umgebung spielte?)
  • Wie würdet Ihr Westworld (das Serien-Setting) im Rollenspiel umsetzen? Würdet Ihr das überhaupt spielen wollen?
  • Könnte es sein, daß Western-Elemente eher bei US-Amerikanern als Spiele-Entwickler (eventuell auch unbewußt) eingebaut werden? Ist solch eine Art „kulturelle Brille“, mit der man seine Settings entwickelt auch bei europäischen, bei deutschen Spieleentwicklern festzustellen? Was sind deren besondere Versatzstücke, an denen man sie erkennt?

Ein ganzer Haufen Fragen, die aber sicher längst nicht alle Aspekte des Themas Western in anderen Genres im Rollenspiel adressieren. Schreibt daher einfach, was Euch so zum Thema einfällt. Es sind ja gerade die UNTERSCHIEDLICHEN Sichtweisen und Ideen, die einen Karneval so interessant machen.

Kommentare zu diesem Eingangsbeitrag für den Karneval im August 2017 könnt Ihr gerne bei der hiesigen Kommentarfunktion hinterlassen oder im zugehörigen Thread im RSP-Blogs-Forum. Dort werden auch alle eingegangenen Beiträge mit Link gesammelt. (Und vielleicht – vielleicht – schaffe ich es ja dieses Mal auch einen Abschlußbeitrag zu schreiben.)

 

14 commenti su “[Karneval der Rollenspiel-Blogs] Western in anderen Genres

  1. […] stellt das Karnevals-Thema des Monats vor: Western in anderen Genre Da ich gerade in Blog-Laune bin, unter anderem wegen der interessant gewählten Fragen, aber auch […]

  2. stebehil sagt:

    Spannender Beitrag!

    Gerade im Bezug auf „Keep on the Borderlands“ habe ich aus amerikanischen Rollenspielerkreisen schon die Formulierung „Cowboys with Swords“ gelesen, die da sicher sehr treffend ist. Wenn man dann noch die Orks gegen Indianer austauscht, kann das ein beliebiges Western-Setting sein. Im Keep gibt es Kavallerie-Ställe, eine Bank…

    Bei den alten Rollenspielen zeigt sich auch Gewalt als Standard-Konfliktlösung, was sicherlich auf die Wurzeln im Tabletop-Kosim zurückweist. Ich denke, das hat auch einen erheblichen Teil dazu beigetragen, dass viele Rollenspiele dies als Western-Motive übersetzt haben, da Western und Gewalt untrennbar verbunden sind und für das anfangs rein amerikanische Publikum unmittelbar zugänglich war.

    Daher müssten sich europäische Rollenspiele eigentlich unterscheiden, da Gewalt hier in Europa seit 1945 grundsätzlich geächtet, ja fast ein Tabu-Thema ist.

    Wenn ich mir das alte DSA aus der Anfangszeit anschaue, so ist dort Gewalt und Kampf natürlich Teil des Systems und des Hintergrundes, was aber auch der Genese geschuldet sein mag: Es wurde ja als Ersatz für D&D entwickelt, nachdem der Deal zwischen Schmidt Spiele und TSR geplatzt war. Andererseits führt sich das Kampfsystem mit Attacke/Parade auf hohen Stufen selbst ad absurdum. Nach meiner Erinnerung haben die DSA-Autoren aber recht früh begonnen, den Weltenhintergrund zu entwickeln, und die Abenteuer waren schon bald nicht mehr nur mit Schwert und Magie zu lösen.

    Bei Midgard ist das Kämpfen auch nicht so sehr Fokus, was auch an den Kampfregeln selber liegt, die lange Kämpfe eher unwahrscheinlich werden lassen. Auch hier bilde ich mir ein, dass die Abenteuer schon früh den Fokus auf andere Dinge legten, und die Welt auch schon früh mit realweltlichen Parallelen besser ins Spiel integriert war als die Anfänge von D&D.

    Es ist nicht so, dass es für D&D keine Hintergrundwelt gegeben hätte, die ein anderes Spiel ermöglicht hätte – die 1983 erschienene Box „World of Greyhawk“ enthält (für damals) eine Menge Informationen, die auch andere Arten des Spiels als Fantasy-Western ermöglicht hätte. Nur die offiziellen Abenteuer sprachen eine andere Sprache.

    Ich denke, europäische Rollenspiele legen von vornherein mehr Wert auf die Hintergrundwelt (das ist wohl auch bei Warhammer so) und weniger auf die Action. Was nicht heißen soll, dass der Actionteil dadurch wirklich klein wird – nur eben nicht so dominant.

    Die Serie Wild Wild West macht mich neugierig. Der Film war amüsantes Popcorn-Kino mit ein paar netten Ideen.

  3. […] Auftakt inspiriert von Zornhau und seinem Thema “Western in anderen Genres” für den Karneval der Rollenspielblogs im […]

  4. Würfelheld sagt:

    Ma das nenn ich mak Einleitung. Die lass ich nun mal ein paar Tage sacken und dann geht es an meinen Beitrag.

  5. Jörg Baumgartner sagt:

    Ich wundere mich, dass Tattooine hier fehlt. Wehrlose Farmer in der Wüste, Kopfgeldjäger, Saloon, bewaffnete Eingeborene, Diskriminierung von Sklaven („solche wie die werden hier nicht bedient“)… alles reinste Wild-West-Klischees.

  6. […] Planet als Westernrollenspiel vor. Das passt zwar ausgezeichnet zu Zornhaus aktuellem Thema “Western in anderen Genres” beim Karneval der Rollenspielblogs, der den Artikel auch provoziert hat, illustriert aber […]

  7. […] Western in anderen Genres“ lautet der Titel des Karnevals der RSP-Blogs im August, diesmal ausgerichtet von Zornhau. Als großer Western-Fan komme ich dabei nicht umhin, mich mit einem Beitrag einzubringen. […]

  8. Timberwere sagt:

    Hui. Sehr ausführlich und sehr interessant! Ein sehr cooler Beitrag. Ich habe noch nie bei einem Rollenspiel-Karneval mitgemacht, aber falls ich es jemals tun sollte, dann wäre dieses Thema für mich alte Western-Tante sicherlich nicht der falscheste aller Einstige.

  9. […] und Unknown Armies bringen mich zurück auf den von Zornhau organisierten Karneval “Western in anderen Genres“. Unknown Armies, als amerikanisches (Pop-)Mythologie-Rollenspiel, kann nicht anders, als den […]

  10. […] im August 2017: “Western in anderen Genres” vorgeschlagen und organisiert von […]

  11. Holodaro sagt:

    Ich finde die „alten“ Vergessenen Reiche in der berühmten „Grauen Box“ (AD&D 2nd Ed.) hatte dieses das Western-Flair, bei dem die Spieler als „Revolverhelden“ durch die Lande ziehen. War für mich immer eher so Western mit Anleihen beim „Herrn der Ringe“.
    Die zusätzlichen Module wie Kara-Tur etc. wirkten da dann schon zu aufgesetzt. Die Baldurs Gate Reihe am PC hat das Westernfeeling noch ganz gut rübergebracht.
    Später rückten dann Magie, Götter und schräge Spielerrassen eher in den Vordergrund und damit fiel auch dieser „Mutige Männer retten die gottesfürchtigen aber ängstlich eingebunkerten Siedler“ Tenor irgendwie flach.

    Ähnlich bei DSA:
    Hier waren für mich die Abenteurer eher Vagabunden als Helden, wobei ich hier weniger an Western als an die klassischen Abenteuerromane und Abenteuerfilme erinnert wurde.
    Ein Beispiel: Bei einem Abenteuer ging es mit der Karawane durch die Wüste (ich glaube es war das Abenteuer „Wie Sand in Rastullahs Hand“). Klar es gab da auch Monster und die Geschichte drehte sich um Echsenmenschen glaube ich, aber zentral in Erinnerung blieb mir der Kampf gegen die Natur, Überfälle von Wüstenkriegern etc…

    Ich persönlich liebe ja die Geschichten (egal ob Film, Buch oder Rollenspiel), bei denen die Protagonisten in einer übermächtigen Natur Abenteuer erleben.

    Das kann, Western, Abenteuer oder Fantasy sein.
    Bei Fantasy darf es halt nicht zu abgehoben sein, daran denke ich, scheitern auch die meisten Fantasy Filme.
    Die können sich nicht entscheiden ob sie nun eher Western oder Comic oder eine andere Art von Sci-Fi sind.

  12. […] Ausgerichtet wird der 8. Karneval des Jahres von Zornhau, seinen Startbeitrag findet man hier, den […]

  13. […] Abenteuer konnte aber leider keinen Unterschlupf findet. Der Karneval Western in anderen Genres {Einladung und Diskussion} bietet sich aber an, dieses Abenteuer, welches schon länger durchs DS-Forum […]

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